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Energieeinsparverordnung EnEV – Themenseite

EnergieeinsparverordnungWenn Sie sich schon einmal etwas länger auf diesem Blog umgesehen und einzelne Beiträge aufgerufen haben, werden Sie wahrscheinlich auch auf den Begriff Energieeinsparverordnung oder die Abkürzung EnEV gestoßen sein. Was verbirgt sich aber hinter dem Begriff Energieeinsparverordnung? Seit wann gibt es diese Verordnung überhaupt, was beinhaltet sie und wer muss sich mit ihr auskennen? Diese und weitere Fragen beantwortet der folgende Beitrag.

Begriffserklärung

Die EnEV ist als wichtiges Instrument im Bereich der Energie- und Klimaschutzpolitik Deutschlands anzusehen und gilt als Folge des Protokolls von Kyoto. Bis zum Jahr 2050 soll durch diese Verordnung ein klimaneutraler Gebäudebestand erreicht werden. Auch wenn das Jahr 2050 noch in ziemlich weiter Ferne liegt, muss schon jetzt in energetisch optimal ausgerichtete Neubauten investiert werden, denn mittlerweile gehen einige Experten davon aus, das viele Gebäude erst 50 bis 70 Jahre nach ihrer Errichtung eine umfassende Sanierung oder Modernisierung erfahren.

Vorgänger der Energieeinsparverordnung waren die Wärmeschutzverordnung und die Heizungsanlagenverordnung, deren Kennwerte nun zusammengefasst wurden. Die erste Fassung der EnEV trat zum 01. Februar 2002 in Kraft, weitere Fassungen folgten. Um der EU-Richtlinie 2002/91/EG, in der die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden geregelt ist, in deutsches Recht umzusetzen, wurde zum 01. Oktober 2007 eine neue Fassung in Kraft gesetzt. Ab dem 01. Januar 2016 müssen nun die Richtlinien der EnEV 2014 eingehalten werden.

Welche Immobilien sind von den Regelungen der EnEv betroffen?

In der Energieeinsparverordnung schreibt der Gesetzgeber auf der Grundlage des Energieeinsparungsgesetzes (EEG) Bauherren und Hausbesitzern Standardanforderungen vor, die zu einer effizienteren energetischen Nutzung des Gebäudes beitragen sollen. Die EnEV gilt nicht nur für privat genutzte Wohngebäude inklusive Mehrfamilienhäuser, sondern auch für kommunale Einrichtungen, eine Vielzahl an Betriebsgebäuden und für Bürogebäude. Die EnEV gilt für Immobilien mit normalen Innentemperaturen (19 Grad Celsius) und für Wohnhäuser, aber auch für Immobilien mit niedrigeren Innentemperaturen (12 bis 18 Grad Celsius), die jeweils über einen Zeitraum von mehr als vier Monaten jährlich beheizt werden müssen. Auch die Heizungs-, Raumluft- und Trinkwasserbereitungsanlagen sind Teil der EnEV.

Die Verordnung gilt nicht für unter Denkmalschutz stehende Gebäude, sofern bei der jeweiligen Landesbehörde eine Ausnahmeregelung beantragt wurde, für Betriebsgebäude, die zur Tierhaltung genutzt werden, für unterirdische Bauwerke, Gewächshäuser, Traglufthallen und Zelte sowie Immobilien, die weniger als vier Monate im Jahr beheizt werden müssen.

Was beinhaltet die EnEV?

Die Energieeinsparverordnung beinhaltet sowohl Vorgaben für den Bau von Immobilien, deren Sanierung als auch die Ausstellung eines Energieausweises, der mittlerweile bei der Vermietung und beim Verkauf von Immobilien gesetzlich vorgeschrieben ist.

Generell enthält die EnEV im technischen Bereich viele Vorgaben zur Einhaltung von DIN- und EN-Normen. Bei Neubauten, die als Wohngebäude genutzt werden, ist die Einhaltung eines Jahres-Primärenergiebedarfs, des Transmissionswärmeverlustes und der Sonneneintragskennwerte nachzuweisen. Bei bereits bestehenden Immobilien müssen entweder die Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Werte) im Rahmen des Bauteilverfahrens oder der Jahres-Primärenergiebedarf des gesamten Gebäudes nachgewiesen werden.

Bauliche Vorgaben

Die EnEV 2014 legt beispielsweise eine Anhebung der energetischen Anforderungen, die bei der Errichtung von Neubauten einzuhalten sind, um etwa 25 Prozent des Jahres-Primärenergiebedarfs sowie circa 20 Prozent im Bereich der Wärmedämmung von Gebäuden (sogenannter Wärmedurchgangskoeffizient) fest. Spätestens ab  dem Jahr 2021 (bei Gebäuden von Behörden bereits ab 2019) muss bei Neubauten der EU-Niedrigstenergiegebäudestandard eingehalten werden, die EnEV 2014 stellt hier einen Zwischenschritt dar. Welche Vorgaben die ab 2019 (Behördengebäude) respektive 2021 errichteten Wohngebäude und die anderen Immobilien erfüllen müssen, wird Ende 2016 bzw. 2018 festgesetzt.

Bei der Sanierung von Häusern sind keine weiteren Verschärfungen angedacht. Hier gilt weiterhin die EnEV 2009, welche unter anderem eine Reduzierung des Jahresprimärenergiebedarfs um 30 Prozent bei Bestandsimmobilien vorsieht. Zugleich schrieb sie vor, dass bei allen Gebäuden bis Ende 2011 eine Dämmung des Daches vorzunehmen war. Der Austausch von 30 Jahre oder älteren Heizkesseln ist ebenfalls Inhalt dieser Verordnung. Diese Vorgabe gilt aber nur dann, wenn seit dem 01. Februar 2002 das Haus oder zumindest eine Wohnung vom Eigentümer selbst bewohnt wird. Diese Regelung wurde bereits in der EnEV 2002 getroffen und hat weiterhin Bestand. Wird ein Wohngebäude veräußert, muss der neue Besitzer innerhalb von zwei Jahren den Austausch der 30 Jahre alten Heizkessel vornehmen lassen. Von der Regelung ausgeschlossen sind Brennwert- und Niedertemperaturkessel, welche einen besonders hohen Wirkungsgrad erreichen.

Vorgaben zu den Energieausweisen

Die Energieeinsparverordnung enthält auch Richtlinien für die Ausstellung von Energieausweisen. So wird beispielsweise in der EnEV 2014 festgesetzt, dass in Immobilienanzeigen nun auch die Energieeffizienzklasse (A+ bis H) angegeben werden muss. Dies gilt aber nur für neu ausgestellte Energieausweise. Liegt ein älterer, noch gültiger Energieausweis vor, besteht nicht die Pflicht, eine Energieklasse in den Immobilienanzeigen anzugeben. Die Energieausweise müssen nun bereits zum Zeitpunkt der Besichtigung der Wohnung oder der Immobilie vorliegen und den Interessenten zur Einsicht gereicht werden. An den Käufer oder Mieter muss nun der Energieausweis entweder im Original oder als Kopie übergeben werden. In Gebäuden mit starkem Publikumsverkehr, zu denen beispielsweise Hotels, Kaufhäuser, Restaurants und Banken gehören können, muss der Energieausweis ausgehängt werden. Gleiches gilt auch für Gebäude von Behörden, die eine Nutzfläche von mehr als 250 Quadratmetern aufweisen und einen starken Publikumsverkehr verzeichnen.

EnEV als Grundlage für die energetische Sanierung von Gebäuden

Bei der Ermittlung der Kennwerte wird nicht nur die genutzte Heiztechnik inklusive Solarthermie- und Fotovoltaikanlagen sowie Wärmepumpen berücksichtigt, sondern auch die vorhandene Bausubstanz. Wurde diese fachgerecht saniert und mit einer zusätzlichen Wärmedämmung ausgestattet, erzielen die Hausbesitzer oder Mieter der Wohnung einen wesentlich geringeren Heizwärmeverbrauch, als dies bei unsanierten oder schlecht gedämmten Häusern der Fall ist. Deshalb bildet die EnEV eine Grundlage für die Förderung von Sanierungsmaßnahmen an der Gebäudehülle, aber auch für den Austausch von Heizungsanlagen, der Installation von Solarthermie-, Fotovoltaik- und Wärmepumpenanlagen. Diese Maßnahmen werden durch zinsgünstige Darlehen und Zuschüsse der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gefördert.

Wer muss sich mit den genauen Vorgaben der EnEV auskennen?

Natürlich ist es Ihnen als Hausbesitzer oder Mieter nicht zuzumuten, sich mit den genauen Inhalten der jeweils aktuellen Energieeinsparverordnung sowie den Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten auszukennen. Auskennen müssen sich beispielsweise Architekten, Bauplaner, Energieberater, TGA-Fachberater, aber auch Handwerksunternehmen, die beispielsweise Heizungs-, Lüftungs- und Fotovoltaikanlagen installieren.

Um für Ihr Gebäude die effektivsten Modernisierungsmaßnahmen zu ermitteln, sollten Sie einen Bausachverständigen oder Energieberater beauftragen, der in der von der Deutschen Energieagentur (dena) im Auftrag der KfW geführten Liste der Energieeffizienz-Experten registriert ist. Die hier registrierten Sachverständigen, zu denen selbstverständlich auch unser ESA-Energieberater gehört, müssen regelmäßig an Schulungen teilnehmen und dies entsprechend nachweisen. Nur wenn Sie einen hier gelisteten Experten beauftragen, können Sie von den zinsgünstigen Darlehen und Tilgungszuschüssen der KfW-Bank profitieren. Diese hat ihre maximale Darlehenshöhe übrigens im Jahr 2015 von bisher 50.000 Euro auf 100.000 Euro pro Wohneinheit verdoppelt. Zugleich haben aber auch einige Bundesländer und Landkreise eigenständige Förderprogramme aufgelegt, über die Sie beispielsweise der Energieberater, aber auch Ihr Bankberater genauer informieren kann.

Möchten Sie sich selbst noch ausführlicher informieren, so empfehlen wir Ihnen unsere Energieeinsparverordnung EnEV – Themenseite (RSS-Feed). Wollen Sie die Verordnung im Wortlaut studieren, so finden Sie den Gesetzestext auf der Webseite Gesetze im Internet. Sehr gern berät Sie unser ESA-Energieberater über die Vorgaben der EnEV, wie Sie diese in Ihrem Gebäude realisieren und welche Förderangebote Sie nutzen können. Einen 50-prozentigen Anteil (maximal 4.000 Euro) des Beratungshonorars eines bei der dena zertifizierten Energieberaters respektive Sachverständigen übernimmt im Übrigen – natürlich auf entsprechenden Antrag – die KfW.

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