Berechnete Energieeinsparung wird nach Gebäudesanierung oft nicht erreicht

Die energetische Sanierung von Immobilien gehört zu den wichtigsten Bausteinen der Energiewende in Deutschland. Viele Immobilienbesitzer nutzen die vielfältigen Fördermöglichkeiten und entscheiden sich für Sanierungsmaßnahmen. Doch was bringt die energetische Sanierung, wenn die Menschen die Möglichkeiten nicht hinreichend nutzen? Weniger als geplant, wie eine Studie von Wissenschaftlern jetzt belegt.

Bevor die energetische Sanierung in Angriff genommen wird, müssen die verschiedenen Maßnahmen erst geplant werden. Dabei werden auch mögliche Einsparpotenziale aufgezeigt. Allerdings werden diese oft nicht erreicht, was aber nicht an einer mangelnden Bauausführung, sondern unter anderem an den Bewohnern des Gebäudes liegt.

Bauherren möchten durch die energetische Sanierung nicht nur ihre Immobilie instandsetzen, sondern auch den Energieverbrauch deutlich reduzieren und die Umwelt entlasten. Durch verschiedene Studien wurde nachgewiesen, dass die Reduzierung des Energieverbrauchs meist geringer ausfällt als bislang geplant. Aber warum ist das so?

Der Faktor Mensch wird zu wenig berücksichtigt

Offenes Fenster im Winter
Richtig Lüften im Winter ist wichtig, ohne Frage. Warum aber die Fenster lange öffnen, wenn das Haus über eine moderne Lüftungsanlage verfügt?

Eine der Studien wurde in Karlsruhe vorgenommen. Bevor sich die Bauherren an die Sanierung von 800 Wohneinheiten, die in drei Gebäuderiegel aufgeteilt sind, gemacht haben, ließen sie sich von Fachleuten der Technischen Hochschule Aachen die Einsparpotenziale verschiedener Maßnahmen durchrechnen. Alle drei Gebäuderiegel wurden unterschiedlich saniert: Gebäuderiegel 1 nur mit Standarddämmplatten und dem Anschluss an die Fernwärmeleitung. Der zweite Riegel als Drei-Liter-Haus und der dritte Gebäuderiegel als Passivhaus.

Die nach der Fertigstellung ermittelten Messergebnisse, aber auch die Nutzung anderer Daten sowie die Befragung der Bewohner zeigten ein ernüchterndes Ergebnis. Alle drei Gebäuderiegel überschritten den geplanten Verbrauch. Am geringsten fielen die Abweichungen beim Gebäuderiegel 1 (Standarddämmplatten und Fernwärme) aus, am deutlichsten bei Gebäuderiegel 3 (Passivhaus).

Die Wissenschaftler ermittelten, dass die Bewohner für die schlechte Energiesparbilanz verantwortlich sind. Einige haben falsch oder fast gar nicht gelüftet, andere nutzen die eingebaute Lüftungsanlage nicht. Andere wiederum drehen beispielsweise den Wasserhahn weiter bis zur gewohnten Position auf. Manche Hausbewohner erhöhten auch die Raumtemperatur.

Fazit

Um die avisierten Energieeinsparziele zu erreichen, müssen von den Architekten und Planern die Performanz-Lücke und der Rebound-Effekt – im übertragenen Sinn also der Faktor Mensch – stärker berücksichtigt werden. Daher gehört zu unserer Energieberatung auch stets eine persönliche Beratung der Bauherren, wie die empfohlenen Sanierungsmaßnahmen sinnvoll eingesetzt werden können. Vereinbaren Sie daher gerne mit unserem Energieberater ein erstes Kennlerngespräch (Kontakt).

Auch die Bundesregierung, die in den insgesamt etwa 18 Millionen Wohngebäuden ein riesiges Energieeinsparpotenzial sieht, darf bei der Berechnung der Einsparpotenziale die Bedürfnisse der Menschen nicht außer Acht lassen, um bis zum Jahr 2050 den Energieverbrauch im Bereich Heizung und Warmwasser um 80 Prozent zu senken.

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